An Christi Himmelfahrt haben wir mit dem Tante Mia tanzt Festival in Vechta unser erstes Festival in Deutschland für dieses Jahr besucht. Was wir dort alles erlebt haben und ob sich ein Besuch im nächsten Jahr für euch lohnt, erfahrt ihr im folgenden Review:

 

Auf dem Weg zu Tante Mia tanzt

Gegen halb 10 haben wir uns auf den Weg ins etwa 300km entfernte Vechta gemacht um das Tante Mia tanzt Festival zu besuchen. Nachdem wir unser Auto auf dem Crewparkplatz abgestellt und uns unsere Bändchen am Presse Check-In abgeholt hatten, begann der Spaß.

Auch wenn wir das Gelände auf dem kurzen Weg betreten konnten, haben wir einen kleinen Abstecher zum Eingangsbereich gemacht, um uns diesen für euch anzuschauen. Der Einlass schien gut organisiert und ging schnell vonstatten, sodass keine langen Wartezeiten entstanden. Mit dem Festivalbändchen ausgestattet konnte man so schnell seinen Festivaltag beginnen. Positiv ist zu erwähnen, dass es auf 2 Seiten des Geländes einen Eingang gab, wodurch sie die Besucherströme gut aufteilten.

 

Was uns auf dem Gelände erwartet hat

Auf dem Gelände angekommen haben wir uns zunächst auf Entdeckungstour begeben und uns das Gelände angeschaut. Ungewohnterweise gab es bei Tante Mia tanzt keine Lockers, aber dafür eine Garderobe in einem Zelt, sodass man dort seine Jacken etc. abgeben konnte. Direkt neben der Garderobe konnte man auch den passenden Merchandise für seinen Festivalbesuch erstehen. Im Angebot gab es Caps und T-Shirts für 20 Euro, Fächer für 7 Euro, Jutebeutel für 4 Euro und Silikonarmbänder für 2 Euro. Zudem konnte man für 1 Euro auch Postkarten kaufen um seinen Liebsten gleich eine Nachricht vom Festival zu schicken.

Für die Pause auf dem Gelände gab es einen Chillout Bereich unter großen Sonnensegeln. Als Sitzgelegenheiten dienten schöne Palettenmöbel. Zudem gab es eine eingerichtete Sishaarea, die sich großer Beliebtheit erfreute und zu einer Pause zwischen zwei Acts einlud. Des Weiteren war ein großer Kettenkarussell Tower aufgebaut, mit dem wir hätten fahren können. Leider war dieser nicht in Betrieb, sodass wir diese Attraktion nicht ausprobieren konnten.

Was die Sanitäranlagen anging hatten wir bei Tante Mia tanzt die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Zum einen gab es die Premium-WCs. Hier kostete jeder Besuch 50 Cent oder einmalig 5 Euro für die sogenannte “Pipi-Flat”. Wer diesen Luxus nicht brauchte, für den gab es die ganz normalen Dixi Klos. Diese waren selbstverständlich gratis. Hierfür mussten wir einige Minuten Wartezeit in Kauf nehmen.

Tante Mia tanzt Chill-Out Bereich

Tolle Essensauswahl bei Tante Mia tanzt

Die Bezahlung an den Theken lief über Verzehrkarten, die vor Ort vom Thekenpersonal abgestrichen wurden. An verschiedenen Stationen auf dem Gelände konnten die Karten im Wert von 15 bzw. 30 Euro erworben werden. Jeder Punkt auf den Verzehrkarten hatte einen Wert von 1,50 Euro. Zu Beginn bildeten sich teilweise recht lange Schlange vor den Verkaufscontainern für die Verzehrkarten, da nicht alle Fenster geöffnet waren. Im Verlauf des Tages wurden mehr Fenster geöffnet, sodass die Schlangen kürzer wurden und man schnell seine Verzehrkarten kaufen konnte. Die Verzehrkarten konnten wir mit Bargeld oder auch bequem mit Bankkarte erwerben.

Auf dem gesamten Gelände gab es eine Vielzahl von Theken, sodass der Weg zum nächsten Getränk nie weit war. Auch die Wartezeiten waren absolut im Rahmen und wir mussten nie länger als 1-2 Minuten auf unsere Getränke warten.

Die Auswahl an den Theken war vollkommen ausreichend. Ein Bier 0,3l gab es für 2 Punkte auf der Verzehrkarte, also 3 Euro. Alle üblichen Softdrinks 0,3l, ausgenommen von Wasser, kosteten 3 Euro. Wasser 0,3l gab es sogar für nur 1,5 Euro, was für Festivalverhältnisse sehr billig ist. Außerdem gab es verschiedenen Longdrinks. Egal ob Vodka, Jägermeister, Jim Beam, Bacardi oder Havana, hier war die Auswahl wirklich groß. Alle Longdrinks 0,2l kosteten 4,5 Euro. Zudem es alle Longdrinks auch in Flaschenform zu kaufen. Hier kostete die 0,7l Flasche Spirituose + 2 Liter Softdrink 52,50 Euro. Zum Abschluss gab es noch diverse Shots wie beispielsweise Jägermeister, Puschkin Watermelon oder Pfeffi für jeweils 3 Euro.

Auch was das Essen anging wurden wir beim Tante Mia tanzt Festival bestens versorgt. Eine ganze Reihe an Foodtrucks reihte sich über das Festivalgelände aneinander. Dort gab es von Pommes, über Burritos und asiatische Nudel, bis hin zu Sushi alles was das Herz begehrte. Das Essen wurde, anders als die Getränke, direkt Bar am jeweiligen Foodtruck bezahlt. Wir können sagen, dass die Qualität des Essens wirklich hoch war, was uns wirklich überrascht hat, da unsere Erfahrungen mit Foodtrucks auf Festivals in der Vergangenheit oft negativ waren. Allerdings können wir vom Essensangebot bei Tante Mia tanzt nur Positives berichten.

Tante Mia tanzt Tante Mias Diele

4 Stages für ein vielfältiges Programm

Insgesamt gab es vier Stages auf dem Gelände, die mit verschiedenen Genres bespielt wurden. Die Mainstage bestand aus einer großen Konzertbühne in der Mitte, wie wir sie auch von Festivals wie zum Beispiel Rock am Ring kennen, die an den Seiten in beide Richtungen mit drei Türmen erweitert wurde. Die gesamte Bühne war mit Bannern verkleidet. Der Banner hinter dem DJ-Pult zeigte eine riesige Kamera, deren Linse aus einer LED-Wall bestand. Zudem waren an den Towern links und rechts vom DJ-Pult auf jeder Seite noch vier Led-Walls platziert. Des Weiteren waren vor der Stage, sowie auf allen sechs Towern, eine Vielzahl von Flamejets installiert wurden.

Die Stage Tante Mia´s Diele stand in einem großen Zelt und war so auch gegen den anfänglichen leichten Regen geschützt. Die Stage bestand aus verschiedenen Trusskonstruktionen, die sich über die gesamte Zeltbreite erstreckten. In der Bühne waren 3 Laser eingebaut, die für ein tolles Feeling sorgten.

Auch die Hardstyle Stage war wie auch die Mainstage mit Bannern verkleidet. Neben diesen zierten insgesamt drei Led-Walls, zwei links und rechts neben der Bühne und eine hinter dem DJ-Pult. Vor der Bühne war eine Reihe von Flamejets für die passenden Effekte platziert.

Zu guter Letzt gab es noch Tante Mias Gute Stube. Auch diese Stage bestand grundlegend aus einer Konzertbühne, die mit Bannern verkleidet war. Passend zum Namen glich das Design einem gemütlichen Wohnzimmer, in dem man zu den besten Techno Beats die Zeit vergessen konnte.

Vor allen Stages war Holzboden verlegt, sodass man einen super Untergrund zum Tanzen hatte und auch der durch den zu Beginn leichte Regen kein Problem darstellte.

Tante Mia tanzt

Unser Programm bei Tante Mia tanzt

Unser Tag begann mit dem Set der beiden Residents Housedestroyer. Die beiden lieferten für uns einen super Start in den Festivaltag und animierten die Crowd durchgehend ausrasten. Vor allem die Show am Mic war klasse, sodass gleich Stimmung aufkam. Weiter ging es mit David Puentez, der wie immer eine super Show ablieferte. Sein riesiger Moshpit während seines Sets wird uns wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Zwischenzeitlich haben wir noch einen kleinen Abschnitt in Tante Mias Diele gemacht, nachdem der Eingang nach dem zwischenzeitlichen kurzen Regen wieder frei war. Dort haben wir ein paar Minuten des Sets von The Him genossen.

Dann war es allerdings Zeit für den ersten Ausflug zur Hardstyle Bühne. Audiotricz standen auf der Bühne und zusammen mit MC Villain begann es ordentlich zu scheppern. Allerdings war es, nach zuletzt vielen besuchten Hardstyle Events, bei Tante Mia tanzt mal Zeit mehr Zeit vor der Mainstage zu verbringen, da uns das Line-Up sehr gut gefallen hat.

Mit Nervo stand an diesem Tag geballte Frauenpower auf dem Programm und das merkte man auch in der Menge. Die beiden Australierinnen, die wir nicht so häufig in Deutschland zu sehen bekommen, legten ein tolles Set hin.

Der Tag neigte sich langsam dem Ende und das Sonnenuntergangsset von Nicky Romero stand uns bevor. Es war ein tolles Set mit vielen Hits. Außerdem hatte er seinen neuen Progressiv House Track dabei, der wirklich ein ordentliches Brett ist. Zum Abschluss gab es auch von ihm noch ein Tribut an den kürzlichen verstorbenen Avicii, der für Gänsehaut sorgte.

Zum Abschluss des Abends stand kein geringerer als Don Diablo auf der Bühne und sorgte für einen würdigen Abschluss eines tollen Festivaltages. Sein Set bestand zu einem Großteil aus seinen eigenen Tracks und wurde gekrönt durch eine Vielzahl von Effekten und einem großen Feuerwerk zum Abschluss. Auch er gedachte zum Abschluss an Avicii, wobei ihm selbst die Tränen auf der Bühne kamen. Es war ein wirklich emotionaler Moment.

Nach seinem Set war unser erster deutscher Festivalbesuch für dieses Jahr beendet und wir machten uns mit vielen tollen Erinnerungen im Gepäck auf den Weg in unsere knapp 3 ½ Stunden entfernte Heimat.

 

Tante Mia tanzt with Dominik:

Für mich war das Tante Mia tanzt Festival ein schöner Start in den deutschen Festivalsommer. Vor allem das Line-Up an diesem Tag hat mir super gefallen und mit Don Diablo stand auch einer meiner Lieblings-DJs an den Decks. Mein persönlicher Eindruck vom Festival zum größten Teil positiv. Ein wenig schade fand ich, dass der Kettenkarussell Tower leider den Tag über nicht geöffnet wurde, diesen hätte ich gerne getestet, aber das hatte sicherlich seinen Grund. Außerdem waren die Abstreichkarten ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man ansonsten Token auf Festivals gewohnt ist, aber dies ist wirklich meckern auf hohem Niveau.

Für einen Preis von ungefähr 30 bis 42 Euro im Vorverkauf ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Tante Mia tanzt wirklich gut. Ein solches Line-Up mit internationalen Größen wie Don Diablo oder Nicky Romero kostet auch oft deutlich mehr. Ich hatte einen tollen Festivaltag in Vechta und würde auch im nächsten Jahr wieder die Reise zu Tante Mia tanzt antreten.

 

Tante Mia tanzt with Hannah:

Für mich war das Tante Mia tanzt Festival ebenfalls ein gelungener Start in den deutschen Festivalsommer, auch wenn das Wetter dieses Jahr leider nicht ganz so mitgespielt hat, wie ich es mir gewünscht hatte! Das änderte aber nichts an dem erlebnisreichen Tag, den ich bei Tante Mia verbringen durfte. Mit dem spitzenmäßigen Line-Up hat das Tante Mia tanzt Festival bei mir genau ins Schwarze getroffen. Der Auftritt von Nicky Romero sowie das Closing Set von Don Diablo haben mir besonders gut gefallen. Des Weiteren hat mir das große Feuerwerk zum Abschluss eine ordentliche Gänsehaut verpasst! Auf emotionaler Ebene war ich berührt als Don Diablo zum Abschluss ein Tribut an den kürzlich verstorbenen Avicii gegeben und seinen neuen Track gespielt hat, den er ihm gewidmet hat. Da kullerten bei mir dann ein paar Tränen.

Ebenfalls hat mir die Essensauswahl auf dem Festival sehr gut gefallen. Alles in Allem war das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Tante Mia wirklich klasse, denn ich habe das Festival wirklich in vollen Zügen genießen können. Unter anderem war das Line-Up war für den Preis wirklich unschlagbar, die Essensauswahl breit gefächert und die Getränkepreise waren wirklich fair! Die Verwendung von Verzehrkarten war für mich ebenfalls ungewohnt, da ich sonst nur die Tokennutzung kenne. Ich fand dieses System aber nicht schlecht, da es das Festival außergewöhnlich macht und es deutlich von anderen Festivals abhebt. Die weite Fahrt von über 3 Stunden hat sich definitiv gelohnt. Sicherlich werde ich im nächsten Jahr wieder zu Gast bei Tante Mia sein. Ich bin jetzt schon gespannt, wer nächstes Jahr auf den Bühnen stehen wird, um Tante Mias Gäste zu begeistern!